Verlag der Initiative Sozialistisches Forum
Institut für Sozialkritik Freiburg (ISF) e.V.
Frank Böckelmann

Über Marx und Adorno

Schwierigkeiten der spätmarxistischen Theorie

1998, 248 Seiten, ISBN: 3-924627-53-3
Zweite, korrigierte und erweiterte, vom Autor mit einem Vorwort versehene Ausgabe der Auflage Frankfurt 1971

11,21 

3-924627-53-3 Kategorie:

Beschreibung

Von Enttäuschungen belehrt, unternimmt Böckelmann eine neue, eindringliche Marx-Lektüre: Wie kommt eine Philosophie dazu, praktische Theorie zu sein, Theorie aus der Praxis, als Praxis, für die Praxis? Es geht um die stillschweigenden historischen Voraussetzungen der Marxschen Revolutionslehre. Ein Jahrhundert nach Marx reflektiert das Werk Theodor W. Adornos einen gesellschaftlichen Zustand, der diese Voraussetzungen nicht mehr gelten läßt. Um die Widerstandskraft der kritischen Theorie zu bewahren, möchte Adorno radikal die Theorie von der Praxis emanzipieren und gerät dabei in ein ebenso auswegloses wie aufschlußreiches Dilemma.

»Ist Praxis unmöglich, wird die Existenz kritischer Theorie unerfindlich – es sei denn, diese würde schon längst nicht mehr ihrem eigenen Anspruch gerecht. Ist kritische Theorie möglich, dann bleibt unverständlich, warum der Kampf um die Versöhnung des Nicht-Identischen nicht schon heute beginnen kann, warum er nicht schon begonnen hat. Adornos Philosophie versteht sich als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für eine bessere Praxis. Zugleich darf sie nicht wissen, was an ihr und warum sie notwendig ist. Die Unmöglichkeit der Befreiung ist ihr Axiom, das sie aber als provisorische Arbeitshypothese zu behandeln vorgibt. Auf das Unerwartete wartend, das sie durch Verschweigen erhalten und heraufführen will, perpetuiert Negative Dialektik das Provisorium ihrer Selbsterhaltung. Durch die auch für Adorno nach wie vor verbindliche immanente Kritik legitimiert, erweist sich der Begriff dessen, was anders wäre, als Chiffre des Unmöglichen.«

Inhalt

  • Einleitung: Die negative Totalität der Unfreiheit
  • Marx: Die Konstitution der praktischen Theorie
  • Gegen Hegel
  • Dialektik von Zwang und Befreiung
  • Der Sinn des Kapitalismus
  • Grenzen der Verdinglichung
  • Evidenz des subjektiven Faktors
  • Adorno: Schwierigkeiten einer Theorie, zu der die Wirklichkeit sich nicht drängt
  • Negative Dialektik
  • Antagonismus von theorieloser Praxis und praxisloser Theorie
  • Wird die bürgerliche Gesellschaft erst von Adorno negiert?
  • Der zufällige Widerstand des kritischen Subjekts

Der Autor war in den frühen sechziger Jahren Mitglied der Subversiven Aktion, jener »Pariaelite«, der Leute wie Dieter Kunzelmann und Rudi Dutschke angehörten, später gehörte er zur antiautoritären Fraktion des SDS. Frank Böckelmann ist Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität München.

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Leseproben

Einleitung: Die negative Totalität der Unfreiheit

Rezensionen

Andreas Benl (jungle world)

F.W. (Zeitschrift für Politikwissenschaft N°3/2000)

Stephan Grigat (Unique, Wien, Mai 1999)

Karl Klöckner (Archiv für die Geschichte der Arbeit und des Widerstands N° 16, 2001)

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