Verlag der Initiative Sozialistisches Forum
Institut für Sozialkritik Freiburg (ISF) e.V.
Manfred Dahlmann

Das Rätsel der Macht

Michel Foucaults Machtbegriff und die Krise der Revolutionstheorie

Januar 2018, 342 Seiten, ISBN: 978-3-86259-139-8

23,00 

978-3-86259-139-8 Kategorie:

Beschreibung

Die vorliegende Arbeit, die als Diplom-Arbeit verfasst und im September 1980 bei Johannes Agnoli eingereicht wurde, war das Resultat einer Auseinandersetzung mit Michel Foucault, der man sich in Berlin Ende der 1970er Jahren nur schwer entziehen konnte.

»Jeder Aussage, gleichgültig, ob sie als Affirmation, als Kritik oder als Negation gemeint ist, liegt ein positiver Gehalt zugrunde. Die Reflexion auf diesen, meist unbewußten Gehalt gibt anderen erst die Möglichkeit, aber auch sich selbst, abgegebene Urteile auf ihren Wirklichkeitsgehalt hin zu überprüfen.

Letzteres will nichts anderes besagen, als daß ein konsequent durchgeführter Skeptizismus sich über die eigene Positivität ebenso hinwegtäuscht, wie jede Form von Partikularismus (Empirismus, wissenschaftlicher Rationalismus und auch der Positivismus à la Foucault) darüber stolpert – und hiermit benenne ich das versteckte Problem in Foucaults Machtbegriff auf allgemeinster Ebene – daß auch noch so vereinzelte Aussagen immer auf eine, in letzter Instanz positiv beschreibbare Totalität verweisen. Die weitgehende Mißachtung dieses Aspektes einer jeden Reflexion auch im Marxismus ist der Punkt, den ich für die Entstehung der Krisen des Marxismus (mit-)verantwortlich mache.«

Inhalt

  • Statt eines Vorwortes: David Hellbrück im Gespräch mit dem Autor
  • Einleitung
  • Kapitel 1. Die Existenz der Macht: Foucaults Nominalismus
  • Kapitel 2. Inhaltsbestimmungen der Macht: Die Kategorien der Machtanalyse
    • Orte der Macht: Diskurs, Dispositiv, Vergegenständlichung, Natur
    • Das Außen der Macht: die Körper
    • Strategien der Individualisierung: Disziplin und Seele
    • Ontologie der Macht: Geschichte und Struktur
  • Kapitel 3. Positivität als Wirkungsweise der Macht: Das strategische Modell
    • Erkenntnis und Politik: Überlegungen zur Gesellschaftlichkeit von Formanalysen
    • Genealogie: Logik im Chaos von Ereignissen und Entstehungen
    • Regelhaftigkeit und Kontinuität als Konstruktionen des historischen Diskurses
    • Ein eher polemischer Exkurs: die Operationalisierbarkeit der Macht
    • Genealogie und Materialismus
    • Die Anti-Repressionshypothese
  • Kapitel 4. Mikrophysik der Macht: Foucaults Realanalyse der bürgerlichen Gesellschaft
    • Genealogie der bürgerlichen Gesellschaft: Universalisierung der Disziplinarmächte und Individualisierung
      • Gesellschaftliche Reproduktion und Macht: Staat, Recht und Ökonomie
      • Die Revolutionierung der gesellschaftlichen Reproduktion als Transformation von Machttechniken
      • Die Strategie der Macht
    • Der Diskurs: Träger jeder Macht
      • Der Wille zum Wissen: Die Entstehung der Wissenschaften vorn Individuum
      • Politik, Ökonomie und Geschichte der Wahrheit
  • Kapitel V. Das versteckte Problem und seine Folgen
    • Wahrheit und Ideologie
    • Widerstand und Macht
    • Identität und Totalität
    • Die Intelligibilität der Macht: Das Denken des Außen
  • Anhang
    • Initiative Sozialistisches Forum: Gegen die Heideggerisierung der Linken. Die Ideologie vom Diskurs. Über die Nutzlosigkeit Foucaults für die antinationale Linke
    • Jörg Finkenberger: Das Zeitalter des Poststrukturalismus
    • Manfred Dahlmann: Kritische Theorie am Ende? Über die Antinomien totaler Vergesellschaftung bei Stefan Breuer und Wolfgang Pohrt
  • Literatur

Manfred Dahlmann ist Mitherausgeber der Zeitschrift sans phrase. 2013 ist von ihm Freiheit und Souveränität erschienen und darüber hinaus hat er bei ça ira die Bücher Geduld und Ironie. Johannes Agnoli zum 70. Geburtstag sowie Kritik der Politik. Johannes Agnoli zum 75. Geburtstag mitherausgegeben. Weitere Artikel finden Sie hier: Beiträge.

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Materialien

sans phrase

Leseprobe

Vorabdruck aus sans phrase 10/2017

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