Verlag der Initiative Sozialistisches Forum
Institut für Sozialkritik Freiburg (ISF) e.V.
Emile Marenssin

Stadtguerilla und soziale Revolution

Über den bewaffneten Kampf der Roten Armee Fraktion

1998, 140 Seiten, ISBN: 3-924627-55-X

12,00 

3-924627-55-X Kategorie:

Beschreibung

Mit einem Vorwort von Joachim Bruhn

Die RAF, das war die Lebensphilosophie des Existentialismus in Waffen. Wer allerdings die Geständnisse und intimen Memoiren ehemaliger »Terroristen« zur Kenntnis nimmt, wer den Bekenntnissen Inge Vietts, Peter-Jürgen Boocks oder Irmgard Möllers den hohen Ton der Moral und das sanfte Schrammeln der allgemeinen Menschheitsliebe abmerkt, das die verlorenen Kinder der Studentenrevolte anstimmen, der mag sich fragen, ob sich die ganze Aufregung gelohnt hat: War es nötig, einfache GI’s und hohe Funktionäre zu liquidieren, nur um den Sinn des Lebens zu ergattern? War es wirklich geboten, bewaffneten Kampf zu organisieren, nur um aufs gleiche Resultat zu kommen wie noch jede Selbsterfahrungsgruppe, die ein Survivaltraining bucht? Worum ging es eigentlich »damals«? Ging es um »die Revolution«, von der keiner mehr spricht, oder ging es, typisch deutsch, wenn auch hinter der pompösen Camouflage des Marxismus-Leninismus verborgen, um ein Programm bürgerlicher Selbstverwirklichung?

Emile Marenssins Broschüre erschien erstmals 1972, vor der Verhaftung des »historischen Kerns« der »Baader-Meinhof-Bande«, und kursierte als »graue Literatur« in deutscher Übersetzung. Marenssin, radikaler Situationist der Schule Guy Debords, kritisiert die Lebenslüge der RAF, die Abschaffung von Ausbeutung und Herrschaft ausgerechnet mit den Mitteln einer Herrschaftsideologie, mit dem Marxismus-Leninismus, in die Wege leiten zu wollen – aber »die Leninisten sind die Clochards der Geschichte.«

»Die Bundesrepublik verliert den Kopf vor dem ungeheuren Echo, das die tatsächlichen oder vermeintlichen Taten einer Handvoll Revolutionäre hervorruft. Während sie von allem, was vorgibt zu denken, verurteilt werden, bringen diese ›Besessenen‹ etwas Neues. Sie zünden ein Feuerzeug in einer Pulverkammer an. Der Haß und die Angst, die ihr bloßes Überleben entfesseln, sind die einer Ordnung, die sich verurteilt weiß.«

Inhalt

  • Stadtguerilla und soziale Revolution: Über den bewaffneten Kampf und die Rote Armee Fraktion
  • Das Elend der Strategien des Elends
  • Die autonome Akkumulation des Kapitals
  • Die Landguerilla
  • Von Marx zu Lenin
  • Lenin und der Terrorismus
  • Die Stadtguerilla
  • Der Mai ’68
  • Die Praxis der Bewegung und ihre ökonomische Basis
  • Die Epoche der kommunistischen Revolution
  • Die Strategie des Kommunismus

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Leseproben

Die Stadtguerilla

Der Untergang (von Joachim Bruhn, als PDF)

Rezensionen

GS (Zeitschrift für Politik)

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