Matthias Küntzel über den Farhud
Für Mena-Watch schrieb unser Autor Matthias Küntzel, auch bezugnehmend auf Nathan Weinstocks Studie über die Vertreibung der Juden aus der arabischen Welt, über den Farhud, ein Pogrom an Teilen der jüdischen Bevölkerung von Bagdad, der sich vom 1. bis 2. Juni 1941 ereignete; Küntzel schreibt u.a.:
»Zweifellos gehört der Farhud zu den schlimmsten Pogromen der Weltgeschichte. Historiker haben nachgewiesen, dass die arabischsprachige Nazi-Propaganda aus Berlin ein entscheidender Auslöser war. Diese Propaganda beweist, dass die Nazis nicht nur die europäischen Juden ausrotten wollten, sondern auch die damals 700.000 Juden im Nahen und Mittleren Ostens.
Warum aber taucht der Farhud bei deutschsprachigen Ausstellungen, Kursen oder Veröffentlichungen über den Holocaust nie mit auf? Warum wird die Frage, ob es sich bei Farhud-Überlebenden um Holocaust-Überlebende mit entsprechenden Entschädigungsansprüchen handelt, nicht einmal gestellt?«
