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Selent, Karl: Ein Gläschen Yarden-Wein auf dem israelischen Golan

Mit der gleichen Einseitigkeit, die er deutschen Tageszeitungen in ihrer angeblichen Parteinahme für die Palästinenser unterstellt, vertritt Selent in dieser Sammlung von Kurztexten die Seite Israels – allerdings ungleich polemischer. So zieht er eine direkte Linie von früheren palästinensischen Unterstützern der Nationalsozialisten zu den heutigen Palästinensern und wittert auf der anderen Seite hinter jedem Wort, das auch nur den Anschein einer Kritik an Israel erweckt, blanken Antisemitismus. Ein geordneter Argumentationsaufbau findet ebenso wenig statt wie der Versuch, ein halbwegs objektives Bild der sehr komplexen Konfliktlage im Nahen Osten zu zeichnen. Selent spricht die Intifada ebenso an wie profaschistische arabische Führer in den Dreißigerjahren; er schreibt über palästinensische Terroristen ebenso wie über das Palästinensertuch als Symbol ehemaliger Faschisten. Immer wieder fließen dabei Kurzzitate aus deutschen Zeitungen ein, mit denen der Autor seine Überzeugung beweisen will, die deutschen Medien seien einseitig pro-palästinensisch. Selbst wenn diese unhaltbare These wahr wäre: Ob Selents Polemik daran irgendetwas ändern würden, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Für die wissenschaftliche Beschäftigung mit Israel, den Palästinensern oder dem Nahostkonflikt gibt das Buch nichts her.

Zeitschrift für Politikwissenschaft 2 / 2004

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