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Uri Avneri

Ein nützlicher Kronzeuge gegen Israel

Karl Selent

Von den vielen verschieden denkenden israelischen Intellektuellen werden immer nur jene sechs oder sieben nach Deutschland eingeladen, die das sagen, was viele Deutsche sich über Israel und die Juden nicht zu sagen trauen. Aber die restlichen neunzig Prozent der Israelis ... kommen hier nicht zu Wort, im Gegenteil, sie werden boykottiert, weil sie eine andere Sicht der Dinge vertreten. In Deutschland will man hören, daß Israel furchtbar ist und die Palästinenser die Opfer sind.

Eldad Beck, Deutschland-Korrespondent der größten israelischen Tageszeitung
Yedioth Ahronot, im Interview mit der linken Monatszeitschrift Konkret

> Enttäuscht von der palästinensischen Ablehnung des israelischen Verhandlungsangebots in Camp David und Taba blieb die Friedensbewegung in Israel in den ersten Monaten der Al Aksa Intifada auffällig passiv. Die Lage hatte sich eben gründlich geändert. Nur eine kleine Gruppe von wenigen hundert Unentwegten protestierte in Tel Aviv. Darunter der linke Schriftsteller und Friedensaktivist Uri Avneri. Weil er in der israelischen Gesellschaft immer weniger Gehör fand, wandte sich der hierzulande Mehrfach-, Multi- und Sonstwieausgezeichnete – Aachener Friedenspreis, Carl von Ossietzky Preis der Stadt Oldenburg, Erich Maria Remarque Preis, Niedersächsischer Menschenrechtspreis, Alternativer Friedensnobelpreis, Österreichischer Kreisky Preis – desto öfter an die Medien in Deutschland. Dem Fernsehen und der Presse kamen die Äußerungen und Beiträge Avneris gerade recht, wurde der verzweifelt Friedensbewegte doch nicht müde, unter Deutschen die Schuld Israels zu predigen. Dessen Regierungschef habe “alles” falsch gemacht und “alle” Versprechen gebrochen (Spiegel). Ehud Barak sei Yasser Arafat mit “unglaublicher Arroganz” begegnet. Er habe eine Lösung “diktieren” wollen und Bedingungen gestellt, die “unannehmbar” gewesen seien (Taz). So habe Barak das Osloer Abkommen “kaputt gemacht” (Freitag) und also die “Chancen für den Frieden zerstört” (Jungle World). Selbstverständlich sei die Siedlungspolitik Israels – wie könnte es auch anders sein – der “Hauptgrund für den jetzigen Krieg” (Spiegel). Die israelischen Generäle, meinte Avneri, hätten sich verhalten “wie ihre Kollegen in Vietnam und Afghanistan”. Dagegen geriet ihm die heilige Al Aksa Intifada zum “Freiheitskrieg des palästinensischen Volkes” (Taz). Bereits im Oktober 2001 sah man Uri Avneri im Lager des Humanitären Interventionismus: “Wir sind für eine europäische Friedenstruppe” (Junge Welt). In einer späteren Phase, als die israelische Armee den Kampf um die Stadt Jenin führte, eine Hochburg des klerikalfaschistischen Jihad Islami, meinte Avneri, die Schlacht als “palästinensisches Stalingrad” bezeichnen zu müssen (Taz). Bereitwillig bediente er das antisemitische Denken seiner deutschen Leser: “Unsere Kontrolle über beide Häuser des Kongresses und unser ausschlaggebender Einfluß auf den größten Teil der amerikanischen Medien garantiert uns Handlungsfreiheit” – die Juden als Drahtzieher der Macht, die im Hintergrund die Fäden der amerikanischen Außenpolitik in der Hand halten (Junge Welt). Könnte es nicht klüger sein, dachte man in den Redaktionen deutscher Medien schon vor geraumer Zeit, wenn wir das, was wir negativ über Israel denken, nicht selber schrieben, sondern von unseren schreibenden Hilfsjuden schrieben ließen.

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