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Tote schlafen fest

Eine ideologiekritische Studie zum neuesten Freiburger Häuserkampf

Initiative Sozialistisches Forum

1.

Bislang bestand das Grundgesetz der Freiburger (Häuserkampf-) Bewegung aus zwei Paragraphen, Der erste Paragraph lautete; “Lernprozesse finden nicht statt”, Für etwaige Ausnahmen war § 2 zuständig; “Lassen sich Lernprozesse   sei es aus theoretischen, sei es aus praktischen Erwägungen   partout nicht vermeiden, so hat das Ergebnis gleichwohl so auszusehen, als hätten nie welche stattgefunden.”

2.

In der Opposition gegen den Nothelfer-Plan und gegen die Räumung ihres Altersheimes Erbprinzenstr. 20 ist die “Scene” nur darüber in Zweifel, welcher Paragraph zuerst anzuwenden sei, Wo § l den fraglosen Vorteil bietet, die ’politische Identität‘ der Bewegung auf Dauer zu stellen, da verspricht § 2 ein bissel Kontinuität durch Wandel, ein bißchen Tünche auf die rissige Fassade,

3.

Die Freiburger “Scene” hat allerhand Erfahrung in der Kunst, ihr spezielles MiniMax-Prinzip anzuwenden, d.h. so interessant zu erscheinen, wie sie im Grunde langweilig ist, Ob grün-angehauchter Alternativ-Ideologe oder bleich-übernächtigter Freund des bewaffneten Kampfes – die Kunst, allen Anschein ernsthafter Sorge um die gemeinsame Sache zu erwecken, aber nur, um sich die wirkliche Mühe ganz zu ersparen, gehört zur Grundausbildung und zum allgemeinen Handwerk. Wo das olympische Prinzip schon alles ist, da drückt und nervt die Angst vor dem sozialen Tod. Wo sich, glaubt man einmal Karl Marx, revolutionäre Bewegungen beständig unterbrechen um sich zu kritisieren, um das Bewußtsein ihrer Aktion zu erlangen, da führt die “Scene” endlos die bloße Notwendigkeit der Selbstkritik ins Feld, aber nur um sich vor der Sache selbst zu drücken; vor der Wirklichkeit der Selbstkritik heilig zu sprechen, Mit dem Erleben ihrer Bedeutung schon befriedigt, bedeutet ihr die Arbeit des Begriffs nichts, leichtlebige Bohème, die sie ist, genießt sie die Aura ihrer vermeintlichen Gefährlichkeit und übersieht‘ darüber völlig, daß ihr Lebensgefühl, ihre “politische Identität”‘ längst und zurecht der touristische Gegenstand ist, bei dem die Kritik zu beginnen hätte, Ihr Handeln wie ihr Denken sind danach; die erlesensten Gemeinplätze des Denkens spielen Ringelpietz mit den abgeschmacktesten Ritualen der Aktion, Das eine taugt gerade so viel wie das andere wert ist. In den Zeiten der Bewegungsflaute haben man und frau irgendwie keine Lust zur theoretischen Kritik – dafür aber in den Zeiten der Aktion gleich gar keine Zeit. Der notorische, geistlose Tausch des einen Arguments gegen das andere läßt das Interesse durchblicken; die öffentliche Konjunktur der höchstwerten eigenen Person und den verkrampften Wunsch, aus jedem Anlaß sein bißchen Vergnügen zu schlagen; last not least die Flucht vor der Langeweile, vor dem Ekel des inneren Nichts in die bunte Sensation. “Bewegung” ist Therapie für, jene, die sich entweder keine leisten können oder sich über die allzu kruden Formen der Sinnsuche erhaben fühlen möchten,

4.

1980/81 hat die ’Scene‘ unter der schönen Parole “Leben gegen den Profit” einen veritablen Kassenschlager gelandet und ist dabei selber groß herausgekommen, Seitdem pflegt sie ihr Image, verwaltet den Mythos, 20.000 Leute auf die Beine gebracht zu haben und spielt sich dabei auf wie ein Ladenhüter, der mit der Sinnfrage nervt und gegen den Konsumterror hetzt,

5.

Es liegt auf der Hand, daß der Anfang der Bewegung durch ihr Ende vermittelt ist. Wenn heute die Rede von wenig mehr ist als von ominösen ‘Inhalten‘, die man entwickeln, und von ‘Strukturen‘, die man verteidigen müsse, dann deutet der hohle Formalismus dieses Geredes schon an, daß die Inhalte‘ auch damals nicht Kritik der bürgerlichen Gesellschaft meinten und daß die ’Strukturen‘ alles andere als die Formen der Entfaltung dieser Kritik bedeuteten, Die Peter-Stuyvesant-Generation von 1980/81 hat am Ende ihres Weges keinen anderen ‘Inhalt‘ als sich selber, d. h, ihren Egoismus, und also auch keine andere ’Struktur‘, als dessen notwendige Form, d.h. den ebenso sturen wie blöden Zwang, weiter zu machen, Dies Interesse hat kein Gedächtnis und gerät daher auch nicht mit sich selbst in Widerspruch,

6.

Die Jahre 1980/81 waren Jahre der doppelten Liquidation des schlechten Gewissens, irgendwie doch der unhintergehbaren Forderung von 1968 genügen zu müssen, die Einheit von Aufklärung und Aktion herzustellen. 1968 hatte sich der akademische Nachwuchs, man weiß nicht mehr, wie, von seiner Funktion, dem System der Macht die Ingenieure und Juristen, die Sozialphilosophen und Sozialarbeiter zu liefern, distanziert und war auf vernünftige Gedanken, d. h. die Gedanken der Kritischen Theorie eines Adorno oder Krahl gekommen. Nach und nach stellte sich diese Vernunft als ein [ 1 ] Denn zuerst verhackstückten die Macho-Leninisten den Zusammenhang von Aufklärung und Aktion zu der trüben Vermittlung von Theorie und Praxis, die sich heute noch, in der Phrase von der Vermittlung von ‚Inhalten‘ und ‘Strukturen‘, als der ewige Zombie ihrer selbst feiert, Sodann trat der psychosoziale Inhalt des Mißverständnisses bei den Spontis und Stadtindianern, bei den Lilalatzhosen, Frauengruppen und Ökofreaks zu Tage: Es war nur die Sucht gewesen, als die originellere Ware sich zu verpacken, die nach den unverbrauchten Objekt “Aufklärung und Aktion” greifen ließ. Im genauen Maße, wie der akademische Mittelstand vom Sozialismus auf die kulturelle ‘Scene‘ herunterkam, fand er seinen wirklichen Inhalt, nämlich sich selbst und seine wirkliche Politik, die öffentliche Selbstdarstellung, auch [ 2 ] genannt. 1980/81 war die Selbstfindung weit genug gediehen, um auf ihren Begriff gebracht zu werden: Leben.

7.

1980/81 ist die Zeit der grünen Partei, des anhebenden Pazifismus und der grassierenden Öko-Frömmelei ebenso wie die Zeit der Häuserkämpfe und der ‘Autonomie‘, Mit dem Leben – egal ob gegen Pershings oder gegen den Profit – hatten der alte und der neue Mittelstand, der Bauer und der Professor, sein Assistent und dessen Anwärter ihren politischen Allgemeinplatz gefunden, auf dem sich gegen die sozialdemokratische Hegemonie und gegen das schlechte Gewissen trefflich wüten ließ. Das allgemeine Interesse, das Überleben der Gattung Mensch zu garantieren, dem deutschen Menschen wie längst den Haubentaucher ein Biotop zu schaffen, hatte sich in einer höchst speziellen sozialen Schicht vergegenständlicht, deren besondere Interessen wie zufällig mit dem allgemeinen übereinstimmten, Die Nazi-Parole “Gemeinnutz vor Eigennutz” lag in der Luft und steht heute im grünen Programm,

8,

Wie anderswo, so waren auch in Freiburg die Spontis fleißig an der Arbeit, das grüne Programm schon vor der Gründung der Grünen Partei auszuarbeiten. 1977, im Streik gegen das Landeshochschulgesetz, waren sie mit ihrem Anliegen gescheitert, ’die Universität‘ zum Lebensraum zu machen. Danach hielten sie sich mit der Wissenschaftskritik und der Kritik der sozialen Funktion des Intellektuellen nicht weiter auf. Die Spontis wurden Stadtindianer und suchten sich ihren Lebensraum in der Kaiser-Josephstr. 282, die sich bald zum Dreisameck auswachsen sollte. Außerhalb dieser ökologischen Nische machte nichts mehr betroffen, warf kaum noch etwas einen ausreichenden psychischen Mehrwert ab, Zum öffentlich genannten Grund der Besetzung mußte die Plattitüde herhalten, “daß wir als Menschen das [ 3 ] Die Studenten hatten von der Ökologiebewegung in Wyhl gelernt, die sich auch als Bewegung von nichts ’als Menschen‘ ausgab um der Öffentlichkeit kleinbürgerliche/kleinbäuerliche Interessen als Überlebensinteressen der Allgemeinheit anzudienen, Sie hatten zugleich den Oberstudienräten und ihren Ehefrauen für den Frieden‘ ein Vorbild vorgelebt, “Als Mensch” ein Bedürfnis zu haben – das enthob jeder weiteren Begründung, das war unmittelbar einleuchtend, um so mehr, als das inwendige Orakel sein Ja-Wort gab.

Exkurs: Land & Leute

“Ausgerechnet diese Stadt, Diese kleine Stadt, Im Osten die Schwarzwaldtannen, im Westen das helle, überraschende Licht der Rheinebene, im Süden die Hügelwelt, die einen manchmal, zwischen Dämmerung und Nacht, vorgaukeln will, das alles sei fast schon Italien, Und ausgerechnet in dieser Landschaft, in diesem Licht, in dieser kleinteiligen Schönheit sollen sich große Dinge ereignen? Sanfte Hügel und kein jähes Hochschnellen wie droben, im schweizerischen Oberland, wo die Gipfel das Firmament überragen wollen, Nein, hier hat alles sein Maß, Die Gipfel unserer Berge und das Temperament unserer Bewohner, Maßvoll geht es zu in unserer Stadt, Wie die Landschaft, so sind auch wir.”

Wolfgang Prosinger, in: Merian: Freiburg in Breisgau, S. 54

“Die strikte Unterscheidung zwischen Rechtsbrechern und Gewalttätern einerseits und Bürgern, die ihre politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Anliegen in und gegenüber der Stadt vertreten, umfaßt alternative und ’etablierte‘ Gruppen der Freiburger Bürgerschaft in gleichem Maße.”

Bürgermeisteramt, Bericht zur Räumung widerrechtlich genutzter Anwesen und aktueller Stand,

Drucksache 6 187 / Nachtrag vom 11.9.1986

“Bei den Kommunalwahlen 1984 haben ausgerechnet hier in der Wiehre bis zu 31,5 % die ’Grünen‘ gewählt. Wie gehen der brave Bürgerprotest und diese politische Unbotmäßigkeit zusammen? Wohnt hinter diesem redlichen Mauerwerk etwa widerborstiges Wohngemeinschaftsvolk? Nein, die Mauern täuschen nicht, In der Wiehre läßt sich vielmehr das zweite Stück von Freiburger Geheimnis entdecken, Hier ist, zum Teil, gelungen, was sich andernorts so schwer tut: Grüner Sinn ist tief eingedrungen in die Bastionen des Bürgertums. Der Germanistikprofessor – selbstverständlich wählt er die ‚Grünen‘. Und der Augenarzt von gegenüber auch. Und den Herrn Oberstudienrat, ein Stockwerk darüber, hat man neulich sogar auf einer Demonstration gesehen.”

Wolfgang Prosinger, a.a.O., S. 58

“Jugendprobleme lassen sich darstellen als Probleme des Einstiegs und der Integration in die Gesellschaft. (...) Gerade in den alternativen Projekten werden die Entwürfe der Bewegung, ihre Chancen, aber auch ihre Grenzen konkret, Eine Reihe der Projekte arbeitet mit wenig Mitteln, viel Phantasie, kaum Verwaltung, sehr wirkungsvoll, In ihnen machen junge Leute oft zum ersten Mal die Erfahrung, eigenhändig etwas aufzubauen, haben das Erlebnis relativ selbstbestimmter Arbeit. (,,,) (Hier herrschen) Alternativmentalität, praktisch reformistische Erprobung von Utopien, weitgespannte Vorstellungen eines neuen Lebensstiles, neue Lebensqualität, von Selbstverwirklichung. Elemente davon finden sich im Bewußtsein breiter, vornehmlich jüngerer und ’besser gebildeter‘ Bevölkerungskreise”,

Bundesfamilienministerium, Zur alternativen Kultur in der Bundesrepublik Deutschland,

in: Frankfurter Rundschau von 16. 4.1981

“Von den karriere- und konsumsüchtigen Aufsteigern der 90er Jahre unterscheidet sich im Jahre 2000 die gleiche Altersgruppe ganz erheblich, Die damals harten Enanzipationsauseinandersetzungen sind im privaten wie im öffentlichen Bereich überwunden. (...) Daß Alterskommunen selbstverständlich sind, ist nicht zuletzt eine Leistung der rebellischen Jugend der 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts,”

Hartmut E. Arras; Freiburger Zukunft,

in ; Badische Zeitung vom 16.9.1986

“Unser Rundgang ist beendet. Es bleibt noch vieles zu entdecken, etwa das Kindertheater oder das Kommunale Kino in der Urachstraße oder Freiburgs alternatives Kneipenleben, Die Auswahl ist groß ..., vielleicht versuchen Sie es später noch im Stühlinger. Am engsten wird es gewiß in ’Babeuf, Egonstraße, sein, Aber möglicherweise am interessantesten.”

W. Prosinger, .a. a. O. , S. 59

* * *

9.

Vom Ergebnis her betrachtet, war der Zweck von Dreisameck und Schwarzwaldhof – neben dem Training der Repressionskräfte – kein anderer als der gewesen, die GRÜNEN in den Gemeinderat zu katapultieren und der SPD zu einem Musterstädtle zu verhelfen. Im Dreisameck ging wirr durcheinander, was sich heute auseinandergewickelt hat und einander den Narrenspiegel vorhält. Spätere grüne Gemeinderäte übten sich in Genossenschaftsrecht, die alternative Kultur der Laienschauspieler probte für die Gießereihalle, die Sannyasins durften mitmischen, die Revolutionsingenieure und die Freunde des bewaffneten Kampfes bastelten Barrikaden und übten Untergrund, Öko-Banker lernten am Verwalten von Eintrittsgeldern den Umgang mit größeren Summen – und über allem schwebte der Ludergeruch von Revolution und Lebensreform, gemanaget von den informellen Kadern als der Kadettenanstalt dessen, was heute die ‘Scene‘ ist. Einen Moment lang hielt die Geschichte den Atem an und alle waren eine große Familie. Politische Identität – die Einheit von Leben, Erleben und Überleben – war eine Sekunde nicht nur hohle Phrase, sondern wurde wirklich gelebt; eine unverhoffte Wirklichkeit, von deren Rausch und Taumel die ’Scene‘ sich nie mehr so richtig erholen sollte. Nie schien mehr Zukunft zu [ 4 ] Damals war alles eins, unterfüttert mit etwas Surrealismus und ’action art‘. “Der Teufel ist auf die Erde zurückgekehrt, in vielfältigen Erscheinungen, Der Teufel ist die Autonomie der Bewegung, der totale Angriff auf den Staat der Unterdrückung, ist unser Lächeln, ist das Begehren, unser Geist, der denkt, der Teufel in unseren Körpern, immer schöner und freier, fähig zu lieben. Heute ist der Teufel hier und es ist sinnlos, ihm den Hof zu machen, er hat tausend Gesichter, verändert ständig den Ausdruck, wühlt sich durch die Städte, die Köpfe, die Ärsche, wie eine [ 5 ] Und ein Blättchen mit den Titel “Bewegung in Freiburg”‘ konnte nur, unterm Vorwand einer Demonstrationsreportage, sekundieren ; “Die Seele brennt – schweißige Hände hängen fiebrig am Körper – Angst vor dem greifbaren Wahnsinn. Wir haben unseren Dämonen gespürt. (,,,) Werden wir unberechenbar – überall auftauchen und nirgends sein –, nagende Ratten, die Pest weitertragend, Autonomie – viele Ströme, Rinnsale, [ 6 ] Schließlich beschwor gar der “Zunder”, das Sprachrohr der Do-it-yourself-Fraktion des Schwarzwaldhofs, eine widerständige Idylle, die mittlerweile kaum noch Petra Kelly flüssig von der Zunge kommen mag: “Die unkontrollierbare Kommunikation der Betroffenen ist die Grundlage jedes Widerstandes”, daher gehe es um “das Gespräch im Lebensmittelladen, auf dem Treppenflur oder [ 7 ]

10.

Es gilt aber nicht allein, ungehindert kommunizieren zu können – man muß sich auch, anders als im Tante-Emma-Laden, etwas zu sagen haben, Vor dies Problem gestellt, zerlegte sich die Bewegung schnell in ihre Bestandteile. Ihre weitere Geschichte besteht darin, sich ihres Zweckes entweder bewußt zu werden und sich entsprechend zu verhalten, d. h. grün zu wählen im sicheren Wissen, so sein ‚Anliegen‘ am besten in den konstruktiv-staatstragenden‘Dialog um die ’bessere Sachlösung‘ einzubringen oder, aus Gründen einer irrationalen Berührungsangst mit dem System‘, die einstige Phrase zum zukünftigen Programm zu erklären. Das erste ist Gegenstand des Streits zwischen großer und kleiner Sozialdemokratie einerseits, CDU andrerseits; das zweite das Anliegen der Veteranen und der Newcomer des Häuserkampfes; öde sind sie allesamt.

11.

“Jugendprobleme lassen sich darstellen als Probleme des Einstiegs und der Integration in die Gesellschaft”, analysierte eine von Helmut Schmidt nach dem Vorbild der Eidgenössischen Jugendkommission beauftragte [ 8 ] Die Eidgenossen hatten festgestellt, was der Freiburger Magistrat exekutieren sollte: “Die gesellschaftspolitischen Forderungen der Jugendlichen sind oft wirr und widersprüchlich. Sie leben in einer Art vorbewußtem Zustand. Das ist eine Chance, eine [ 9 ] Die Eidgenossen hatten unrecht, was den ‘Jugendprotest‘ anging, aber sie hatten recht in Sachen “vorbewußtem Zustand”. Von der massenhaft erhobenen Forderung “Anders leben” angestachelt, von den “Grünen” mehr gebeten als geschoben, entdeckten die Sozialdemokraten die wirkliche Bedeutung ihres Mottos “Leben und leben lassen”. Sie besannen sich, ganz in Sinne von Erhard Epplers ”Lebensqualität” auf den Sozialreformismus der zwanziger Jahre und überlegten sich, daß es keinen Grund gäbe, jungen Leuten den Weg zu verlegen, die allen Ernstes Genossenschaften und Selbsthilfeprojekte als allerneueste Heimat nachspielen wollten. An die Stelle des Keidel- und CDU-Konzeptes der Hegemonie durch Polizei setzten sie das flexiblere der Hegemonie plus Polizei, Damit schufen sie das erste funktionierende Modell einer Koalition von großer und kleiner Sozialdemokratie, Die SPD erkannte, daß es den “Grünen” nicht “um die [ 10 ] sondern um die Reform des Nahverkehrs ging, und daß die “Grünen” mit der Biofahrkarte ebenso zu befrieden waren, wie ihre Klientel mit einem Stück Toskana im Breisgau, mit ’südländischem Flair‘ also, wie die BZ-Journaille richtig erkannte, mit Klein-Schwabing, Straßenmusik und lockerem Lebensgefühl, Die Alternativen wandelten sich bereitwillig zu einem bunten, vitalen Völkchen, vor dem man, anders als vor Zigeunern und Asylanten, die Wäsche nicht weghängen muß; sie wurden zur Sehenswürdigkeit. Die Alternativen von damals fanden ihre Identität als die Muppies, Yuppies und Ruppies von heute; ihre zeitweilige Aufmüpfigkeit, die, wie der Liberalala vom “Merian” erkennt, nie mehr als nur [ 11 ] war, wurde gewinnbringend zu den Akten gelegt,

12.

Die “Chaotenkampagne”; einfacher lokalpolitischer Reflex der Großwetterlage und des Kampfes zwischen Kohl und Rot-Kohl, setzte die “Scene” ganz unverhofft wieder in ihre angestammten Rechte aus der Zeit von Anno Tobak ein, Sie freute sich, als so gefährlich auch zu gelten, wie sie sich immer gefühlt hatte.

13.

Böhme beweist praktisch, was Rau gerne vergessen machen möchte; daß es eine absolute politische Mehrheit für das sozialdemokratische Modell Deutschland nur mit der grünen Partei geben kann. Die Mörder und Fleischer, die Schröder und Nothelfer wollten Raus Gedächtnis mit dem Freiburger Beispiel etwas nachhelfen und damit Böhme in die unangenehme Lage bringen, den Kanzlerkandidaten Lügen zu strafen, Und was tut man, wenn der Konsens der Demokraten in Sachen Recht, Ordnung und Eigentum so fest gegründet ist wie sonst nur in Sachen “Asylantenschwemme”? Man streitet über die näheren Details der Geschäftsordnung und die Ausführungsbestimmungen, über den richtigen Ort, die richtige Zeit, über das richtige Maß der Mittel, Man sucht eine Möglichkeit, den demokratischen Konsens praktisch zu bestätigen, und findet als Opfer den Ort des geringsten Widerstandes, das Altersheim der Scene.

14.

Im Theaterdonner über das Nothelferpapier ist Böhme schon deshalb in der Vorhand, weil er über den wirklichen Zustand der “Scene” besser Bescheid weiß als die Mörder und Fleischer und als die Scene zusammen. Böhme argumentiert wissenschaftlich, wo die CDU-Heißsporne nur rot sehen wollen. Er weiß, dem den Schlagtot-Phantasien der Mörder “keine Expertenberichte” zugrundeliegen und daß diese unwissenschaftliche Haltung der “Zusammenarbeit unter den Behörden” nur schaden kann. Er weiß überdies, daß die Bürokratie den Grünen “im Rahmen der Möglichkeiten berechtigter Anliegen” entgegenkommen kann, und daß das Unmögliche der “Politik des Schutzmannes an der Ecke” überlassen werden muß. Böhme weiß überhaupt, [ 12 ] Wie weich dieser Keks beim Nachrücker des einzigen ”parlamentarischen Anarchisten”, den die Grünen in den Landtag schickten, schon ist, machte dann die Presseerklärung K. D. Käsers deutlich. Ganz im politischen Psychostyl gedrechselt, forderte er “rationale Diskussion statt Stimmungsmache”, um die Gemeinschaft der Demokraten daran zu hindern, “die innere [ 13 ]

15.

Der Angriffselan der Mörder & Fleischer hatte es da nach einigen Anfangserfolgen natürlich schwer und ging schnell zum Rückzug über. Die Christdemokraten griffen auf das einzige ihnen wirklich vertraute Vokabular, das deutsch-nationale und völkische, zurück, Die Anwürfe gegen den Magistrat schrumpften schnell auf die einigermaßen unsinnige Behauptung, das Bobbele Böhme sei nicht der beste Führer der Freiburger Volksgemeinschaft. Schon vor dem CDU-Forum ”Freiburg – Stadt der Chaoten?” war der schneidig im Dregger-Stil vorgebrachten Attacke das jämmerliche Ende anzumerken, Nothelfer hatte Freiburg und die BRD verwechselt und gedacht, das gesinungsschnüfflerische Argument, harmlose Alternative nützten legale Mittel, um illegale Ziele zu verschleiern, sei schon der ganze Beweis, Was in Bonn genügt, das reicht in Freiburg noch lange nicht. Nothelfer sackte in die Begründungslücke und in seiner Not versuchte er sein Recht auf Notwehr zu begründen, Er, Verwalter der Staatsmacht von hohen Grade, stellte sich als Minderheit dar, die man wie ein Stück Geflügel “ausbluten” ließe, der “das letzte Glied” beschnitten werde, und die nun vor der traurigen Wahl stünde, entweder zu “überleben” oder “fertiggemacht zu werden”, Wahlweise lobte er sich als Neger und, besonders geschmackvoll, als verfolgten Juden aus, Wo sich die Chaoten in ihre “Fluchtburg”, gar in ihre “Wagenburg” zurückzögen, da stand der Hottentot Nothelfer wehrlos in der Steppe, wie früher nur die Südafrikaner in den Massakern des Cecil Rhodes, Als Neger wurde ihm der “Lebensraum” ebenso bestritten, wie ihm als Juden das Lebensrecht überhaupt; die “Scene” ist der offene Faschismus, drauf und dran, für die Bobbele, die Neger und Juden fabrikmäßig die Vernichtung zu organisieren, Nothelfer beklagt die vorgebliche “Appeasement-Politik” der Stadt gegenüber den Chaoten, die allen anständigen Menschen ebenso zum Verhängnis werde, wie das Münchner Abkommen erst den [ 14 ] Es liegt im Wahnsystem des deutschnationalen Denkens, dem Gegner das als Absicht zu unterschieben, dessen Plan man längst selber und praktisch gefaßt hat, Nothelfers Metaphorik gibt darüber mehr Aufschluß als der administrative Gehalt seiner Stellungnahmen und Papiere, Was Nothelfer & Co, eher unbeholfen erbrechen, das kommt im deutschnationalen Geschichtsbild der Stürmer, Nolte und Hillgruber, bei den Ghostwritern Helmut Kohls also, offen zur Sprache, Nolte zufolge war die Judenvernichtung nur ein unbeholfener Angstreflex der deutschen Seele, in der sie die “asiatischen Greuel” der Roten Armee in Notwehr vorwegnahm – [ 15 ] Im Namen der Notwehr ist jede Gemeinheit erlaubt, Und so konnten auf den CDU-Forum der etwas verwirrte Familienvater Wetterich, vor Feierabend im Landgericht tätig, der gedrillte Lateiner Huber-Stentrup, dessen Freisler-Stil immer den alten Cato durchblicken läßt, wenn er in bester ceterum-censeo-Manier etwas mit “aller Deutlichkeit” gesagt haben möchte, und Vize-Polizeipräsident Wolff, den man die künftige GeStaPo-Karriere schon ansieht, darum wetteifern, wer am allerbesten “Hände hoch!” rufen kann, Für die “Scene”, die sich nicht vorzustellen vermag, daß man den Rechtsstaat auch nach rechts aufheben kann, daß ihre affektheischende Parole “SS-SA-SEK” erst noch wahrgemacht werden soll, war dieser Mumienschanz nur Anlaß billigen Vergnügens, Sie führte sich auf wie ein auf die Bühne verirrter Theaterabonnent, der noch nicht weiß, daß er zum Opfer einer Tragödie dienen soll, und geschmeichelt glaubt, der Star eines Lustspieles zu sein.

Obwohl die Wetterich, Huber-Stentrup und Wolff brillierten, fiel Fleischer aus der Rolle, weil er, wohl in der Aufregung, nicht dumm genug war, seine fixe Idee, die Demonstranten kassierten blanke Rubel für jede eingeworfene Scheibe, zu wiederholen, Vielleicht war er auch nur schlau genug, es einfach zu vergessen, An der fixen Idee nämlich, jeder Staatsgegner werde von geheimen Mächten, heißen sie nun Wallstreet, Kreml oder die Weisen von Zion entlohnt, wird der ideologische Gehalt der Wende so deutlich, wie sonst nur in den Massaker-Phantasien Nothelfers, Hermann Lübbe, einer der Vorturner der Wende, meinte schon vor Jahren, es bedürfe “einer entschiedeneren Art, die rechtliche und moralische Substanz politisch zur Geltung zu bringen, auf die wir unser Gemeinwesen begründet [ 16 ] Was aber ist unter dieser “Substanz” zu verstehen, wenn selbst Milton Friedmann diese zweifellos ebenso hehren wie notwendig immateriellen Werte nicht anders zu kalkulieren weiß als in Dollars und Rubel. Denn einerseits “liegt ein ganz besonderes Kennzeichen der politischen Freiheit in der kapitalistischen Gesellschaft darin, daß jedermann ganz offen für den Sozialismus eintreten und für seine Verwirklichung arbeiten kann”. Andererseits aber ist die Freiheit ein Kosten-Nutzen-Kalkül: “Macht man die Unterstützung radikaler Ideen nur einträglich genug, wird das Angebot an Leuten, die radikale Ideen unterstützen, [ 17 ] Freiheit ist Ramsch für den Meistbietenden.

So schnell schlägt der Idealismus der “Substanz” dem Deutschnationalen in den kruden Materialismus der eigentlichen Werte um. Die Demonstration der eigenen Objektivität und der uneigennützigen Rührigkeit für‘s Gemeinwohl beweist nur, daß der Preis dieser Herren noch höher ist als man immer dachte, Um diese Korruptheit zu wissen, ist ein Nerv ihrer Aggressivität und verleiht ihrer Rede die leicht hysterische Note, Und vielleicht speist ihre Angst vor Alternativen und Chaoten sich nur aus der Ahnung, Öko-Bank und grüne Böll-Stiftung sammelten das Geld nur ihretwegen.

16.

Die Großwetterlage statuierte an der “Scene” ein Exempel. Leute, denen jahrelang außer Nicaragua alles zu nahe lag und außer den Kneipen in Grün alles zu fern, spürten plötzlich und unverdient den Hauch einstiger Größe. Sie öffneten die Gruft, aber der Kaiser war nicht da und der Kyffhäuser leer. Das Flugblatt der Erbse-Bewohner tat spaßeshalber einmal so, als seien nicht fünf Jahre vergangen und als seien nicht ihre “Inhalte” längst dort endgelagert, wo sie auch hingehören: in der grünen Gemeinderatsfraktion, Zwar fühlten sie sich zurecht in der Defensive, wußten aber nicht genau, warum. Um so hilfloser grabschten sie nach den Phrasen von damals; ein bißchen Kritik der “Luxus-Sanierung” war dabei, ein bißchen Gejammer darüber, daß der Denkmalschutz für die Fassade nicht auch für die Bewohner gelten sollte, und v. a. die Feststellung, die Räumung bedeute den “Schluß mit fünf Jahren [ 18 ] Der politische Inhalt der “Scene” bekannte sich als das, was er immer nur war, als der Wunsch, man möge doch von staatswegen mit dem Liberalismus derart ernst machen, daß das bürgerliche Toleranzprinzip, zu tun und zu lassen, was immer beliebt, auch für jene gelte, die ihre Andersheit nicht durch bare Münze rechtfertigen können. Ganz realpolitisch gestimmt, mündete der Aufruf zur Demonstration mit den Ersuchen an den Gemeinderat, seine Befugnisse nicht nur auf dem Papier auszuüben. Schließlich machten die Besetzer deutlich, was “anders wohnen” für sie heißt; Unter einem veritablen Konsulat ist es nichts mehr mit den gestiegenen Bedürfnissen des “Schöner Wohnens”, unter einer Villa mag die Lust, zu tun was gefällt, nicht mehr absteigen, Ihr spezielles Geschmäckle erhielt die Räumung der Holbeinstraße 9 noch dadurch, daß die Besetzer und Demonstranten, noch ganz erhitzt von revolutionären Pathos der Spanien-Wochen, der Polizei zuerst das schöne Lied “Arbeiter, Bauern, nehmt die Gewehre” und dann, als Zugabe, noch die “Internationale” vorsangen,

17.

Die Aktion “Schweizer Konsulat” machte den Bankrott manifest, den schon anläßlich des Räumungsplenums jeder geahnt hatte. Nicht nur die Bewegung war pleite, sondern insbesondere die Spät-Sponti-Bohème, die ihr jahrelang vorgetanzt hatte, Der Bankrott war lange nicht Grund genug, die ideologischen Schmonzetten der Bewegung zum alten Eisen zu werfen und sich etwas Neues zu überlegen, Wo es vernünftigerweise nichts zu erben gab, standen die Erben allesamt Schlange und prügelten sich um die Reste. Leute, von den man das nie geahnt hätte, wandten sich gegen die Landesgartenschau-Aktion mit dem Argument, es sei ‘volksfeindlich‘, den Touristen das Vergnügen zu vermiesen, Leute, von denen man das noch viel weniger vermutet hätte, drängten plötzlich auf langfristige, strategisch überlegte Aufklärungsarbeit an sozialen Brennpunkten. Aber wie stets, wenn das Kampfgetöse keinen anderen Zweck hat als den, unerkannt mit dem Liebsten des Gegners, d.h. mit der Phrase, zu entkommen, ging es nur um die Frage, mit wem man sich, wenn man schon keinen ’Inhalt‘ habe, verbünden könne, um eben diesem ’Inhalt‘ Geltung zu verschaffen. Die alte Debatte aus Schwarzwaldhof-Zeiten, ob Aktionseinheit gut oder schlecht sei, ob sie nicht bedeute, erneut die “Aasgeier der Revolte” zu Hilfe zu rufen, wurde erneut um die befreiende Antwort betrogen, daß man selber der Kadaver schon sei. Wo es denn am meisten nach Verwesung rieche – diese Quizfrage blieb noch unter der Decke gegenseitiger Agitationsversuche,

18.

Die Aversion des Räumungsplenums, sich umstandslos von der Spät-Sponti-Bohème agitieren zu lassen, drückte aus, [ 19 ] nicht mehr nur sozial oder kulturell sich unterscheiden, sondern ihre Trennung zunehmend politisch artikulieren, Ist es die wesentliche Qualität der Bohème, sich für originell zu halten und sich diesen süßen Wahn auch leisten zu können, so hat das Unterhaus der Scene tatsächlich allen Grund, hinter die Kulissen der vorgeblich übergreifenden Interessen nur Sport, Spiel, Spannung der “jeunesse dorée”, ihrer Aspiranten und des dazu gehörigen Hofstaates incl. Hofnarren zu erblicken. “Wir werden darlegen”, hatte Babeuf in seinen “Manifest der Plebejer” geschrieben, “das alles, was ein Einzelner über seinen Lebensbedarf hinaus an sich reißt, ein sozialer Diebstahl [ 20 ] Daß der Babeuf und das “Babeuf” zueinander passen wie die Faust aufs Auge, war der vernünftige Grundgedanke des Scene-Proletariats, In Schattenboxen um die 80/81er-Phrasen blieb noch unklar, was denn das Unterhaus an der Bohème eigentlich auszusetzen hatte, außer dem Vorwurf, die Bohème nähme die Phrase nicht wirklich ernst, Dies Ernstnehmen der Phrasen von damals nennt sich heute mehr denn je: Autonomie.

19.

1980/81 war “Autonomie” ein politischer Allerweltsbegriff, der nur den Eingeweihten seine Abstammung verriet, heute ist er das politische Programm der Habenichtse der Scene, In der damaligen Autonomie-Diskussion artikulierte sich blanke Lebenslust und die Ahnung, “vielleicht ist die Freiheit nur der kurze Moment, wo der Pflasterstein in die Hand genommen wird bis zum Zeitpunkt, wo er auftrifft, d. h. der Moment der Veränderung, der Grenzüberschreitung, der Bewegung”; Autonomie war nur ein Name für “anders leben” etc. pp., ein Name, mit dem sich auch die Bohème mühelos identifizieren konnte. Vor allem natürlich mit dem ersten Dogma damaliger Autonomie: “Wir kämpfen für uns und führen keine Stellvertreterkriege, alles läuft über eigene Teilnahme, Politik der ersten Person. Wir kämpfen nicht für Ideologien, nicht fürs Proletariat, nicht fürs [ 21 ] Dem wollte in der Freiburger Stadtzeitung auch ein ’”Günther”‘ nicht widersprechen: “Wir kämpfen für uns und für [ 22 ] Autonomie bedeutete, neben dem Flair der Konspiration und dem Flirt mit halbherziger Geheimbündelei, nichts weiter, als eben ein Sponti zu sein wie alle anderen auch, der nur, im Unterschied und weil jeder Stamm seine eigenen Farben trägt, die Lilalatzhose mit der schwarzen Straßenkampfuniform vertauscht hatte. 1980/81 war Autonomie nahtlos mit dem post-universitären Spontaneismus liiert; unter der Hegemonie der Bohème suchte die autonome Praxis die Zentralität der Macht, den Ort der Anhäufung ihrer Symbole und tobte sich in den Scherbennächten aus. Die enragierte Kritik des Warenspektakels verfolgte die Ware bis in die Schaufenster hinein, nicht aber bis in die Fabriken. Darüber wurde sie selber zum Spektakel, zur Kritik der Warenästhetik, nicht auch der Warenproduktion und, wie der zeitgleiche Pazifismus, zum Exhibitionismus der Sinnsuche, statt zur Denunziation der objektiven Sinnlosigkeit von Sinn überhaupt,

20.

Die Bohème ist das gelebte Spektakel, ihr Lebensnerv die Sucht, im Rampenlicht der Öffentlichkeit und der allgemeinen Bewunderung zu stehen, Ihre Gegenöffentlichkeit findet auf den Brettern statt, die ihr die Welt bedeuten; freie Künstlergruppe, Gießereihalle, Lesungen in Babeuf, Vernissagen, Matinées etc. pp. Autonomie 1986 klagt dagegen ein, was die Bohème inner nur proklamierte: Vermittlung von Theorie und Praxis im strategischen Sinne, Subversion auch des Spektakels und damit das Durchschauen der spektakulären Öffentlichkeit auf ihren ökonomischen Grund, Transparenz mit Folgen will sie, nicht, wie die Bohème, das Vergnügen der Oberfläche,

21.

Das Plenum vom 22. August, die Veranstaltung “Maßnahme gegen Maßnahme” in der “Fabrik”, bedeutete das endgültige Ende der spätspontaneistischen Bohème als einer zur politischen Mobilisierung noch fähigen Fraktion der Scene. Der Freiburger Häuserkampf, soweit er unter der Fahne der “Einheit von Leben und Arbeiten” geführt wurde, war endgültig liquidiert, Die Autonomen weigerten sich de facto, abermals als die Krawall-Fraktion des Oberhauses herzuhalten. Im Namen einer neuen Interessenpolitik denunzierten sie die geheuchelte Interessen- und Selbstlosigkeit ihrer früheren Vorstände, Sie, die bislang still vor sich hin gearbeitet hatten, zogen aller Interesse auf sich und reklamierten zur Abwechslung einmal selbst die Führung, Die peinlich vermiedene Frage, ob der Häuserkampf als politisches Projekt da noch gelten kann, wo die Villa am Starnberger See als logistische Basis jederzeit offensteht, wurde doch eindeutig beantwortet. Dies scheint das wirklich Neue der Ereignisse des August und des September zu sein: die manifeste Existenz eines sozialen Interesses, das sich auf die Suche nach einer revolutionären Vernunft begibt und sich marxistisch zu begreifen strebt, das daher, ganz in Gegensatz zum Spektakel-Charakter der Bohème, in wirklichen Sinne kritisierbar wird, weil kritisierbar nur ist, was, [ 23 ]

22.

Fraglich jedoch, ob das materielle Interesse des Unterhauses wirklich zum Bewußtsein des Bruches gelangen kann, den es doch schon praktisch vollzogen und durch die ungefragte Frage auch begründet hat. Das Staunen und die sprachlose Verblüffung der Bohème am 22. August rührte nicht zuletzt von der rührenden Naivität her, mit der die Leute vom Schloßbergring einen “Klassenstandpunkt” einnahmen, um die Welt aus den Angeln zu heben. Die Klassenakrobatik, vor der sie vor Jahren aus der Uni in den Häuserkampf geflohen waren um damit ein Hauch aus Gräbern noch unter dem Kyffhäuser wehte sie an und verschlug ihnen die Sprache. Unfähig zu begründen, was am “Klassenstandpunkt” sie außer seiner vorhersehbaren Erfolglosigkeit noch stören würde, verweigerte die Bohème jedwede Diskussion, lauschte ebenso pikiert wie verblüfft den ewigen Weisheiten des Klassenkampfes, so als sei sie nicht von dieser Welt und als ginge das alles sie nichts mehr an. Die Kehrseite der Hatz auf den allerneuesten Clou ist eben die Apathie gegenüber den Nichtoriginellen, dafür aber Interessanten.

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Im naiven Schwadronieren vom “Klassenstandpunkt” deutet sich schon an, daß es das Neue mit seinem Vorschein sein Bewenden schon haben könnte, Denn ob sich die Autonomen des vollzogenen Bruches auch wirklich bewußt werden, hängt nicht zuletzt davon ab, ob sie den beiden Formen der Erbschleicherei am Führungsanspruch der Bohème, der Agitation der Freunde des bewaffneten Kampfes einerseits, der Agitation der Theoretiker der Autonomie andererseits widerstehen können. Zum einen wie zum anderen haben sie die denkbar schlechtesten Karten. Zu den Fans des Untergrundes zieht sie die Authentizität des Engagements, die Glaubwürdigkeit des restlosen Einsatzes der ganzen Person – eine Qualität, die [ 24 ] vor jedem Wort schon alle Argumente für sich hat. Zu den Theoretikern der Autonomie zieht sie deren stupende Fähigkeit, noch die allerletzte Phrase der Spät-Sponti-Bohème auf die Klassenkampf-Flasche abzufüllen. Daher heißt es auch schon im “Schloßbergring-Info-Nr.0” unter dem Titel “Leben als Sabotage” (rein zufällig der Titel des Buches von Detlef Hartmann): “Wir werden unsere Häuser verlieren, aber unsere Identität behalten.” Zur Autonomie zieht die Autonomen also deren Fähigkeit, den Bruch schmerzlos zu gestalten und das Gefühl zu vermitteln, die Tradition der Zwanzigtausend zu beerben, das damalige Gedankengut ‘ideologiekritisch‘ in Sinne eines eigentlich schon immer Gemeinten umzuinterpretieren,

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Den Bruch zu verschütten, die dazu nötige Energie in die Drainage-Gräben zurückzuleiten, dazu eignet sich Autonomie als theoretische Position besonders gut. Sie hat den unschätzbaren Vorteil, die Theoriefeindschaft, die die Autonomen an Unwillen der Bohème, auch nur einen Gedanken zu Ende zu denken, lernen durften, als eine politisch positive Tatsache theoretisch zu begründen. Zum einen tritt sie auf als unmittelbare Evidenz des “Leben als Sabotage”, die es erlaubt, “Käseklau [ 25 ] auf der einen Skala wimmelnder Subversion abzumessen, sich also in Differenz zu den Freunden des bewaffneten Kampfes zu setzen, ohne ihnen prinzipiell widersprechen zu müssen. Sie hat also den Vorteil, auf dem Niveau der Scene everybodys darling sein zu können. Zum Zweiten ist Autonomie eine hochkomplexe, mit allen Mitteln moderner Marx-Philologie erarbeiteter Interpretation der revolutionären Theorie und der Geschichte der Klassenkämpfe obendrein, fähig, ihrem gläubigen Publikum mit den ausgefuchstesten theoretischen Mitteln den Dispens von jeder theoretischen Anstrengung zu erteilen. Wie das geht, das hat Detlef Hartmann im Dezember auf dem Kongress ”Aktualität des Kommunismus” vorgeführt; es genügt die Feststellung, im System der Autonomie mache die “uniformierte Leere des orthodoxen Klassenbegriffes einer Vorstellung vom Reichtum antikapitalistischer [ 26 ] um dem Publikum die naheliegende Frage, ob dies nicht ein ausgesprochen utopischer Idealismus nach Maßgabe des seeligen preußischen Staatsphilosophen Hegel sei, als Zumutungen eines [ 27 ] Zum Dritten führt Autonomie mit der historischen Bewegung der Narodniki, der Volkstümler des alten Zarenreiches, ein praktisches Beispiel vor, das von Zarenmord bis Massenagitation allen Bedürfnissen eines leibhaftigen Linksradikalern genüge zu tun. Sie führt dies Beispiel so plastisch vor, daß einem die Frage, warum ausgerechnet die Narodniki und ihr Aktivist Plechanow zu den Vorläufern der russischen Sozialdemokratie [ 28 ] Viertens ist Autonomie als theoretisches Konstrukt allererster Güte in der Lage, das Abspringen ihrer Theoretiker vom äußersten Ende des Konstruktes zu überleben. Auch wenn das theoretische Flaggschiff der Bewegung, die “Autonomie”, längst den Bankrott der Theorie eingesehen hat, finden sich immer wieder Leute, die, wie die Autoren der “Karlsruher Stadtzeitung/wildcat”, diese Konsequenz mit den Rückgriff auf Tonio Negri (längst selbst [ 29 ] Aber das ist ganz egal, solange nur das vorab entschiedene Bedürfnis nach “politischer Identität” irgendeine Worthülse findet, in der es sich ausdrücken kann.

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Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben – man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken, Es ist die Fähigkeit des Ausdruckes, welche die Autonomen den Freunden des bewaffneten Kampfes fraglos voraus haben, die am 8. September zum Häuserkampfplenum luden, Da ihre Agitation in der Propaganda des öffentlich Unsagbaren besteht, lag sie noch unterm Niveau ihres schriftlichen Ausdrucks. Diese Fraktion hat sich am reinsten vor dem Sündenfall kritischer Theorie bewahrt und befindet sich in dem naiven Stand des Glaubens – der unmittelbaren Kommunikation mit Gott, Klassenkampf und allen Engeln. Ihr Thesenpapier markierte den Nullpunkt, von dem an es eigentlich nur noch aufwärts gehen kann. Wo Autonomie als Theorie die idealistische Dialektik mit aller Eleganz, als Florett, so zu gebrauchen weiß, daß es fast Freude bereitet ihre Pirouetten zu betrachten, da handhaben die Freunde des bewaffneten Kampfes die haargenau gleiche Dialektik mit der rohen und freudlosen Wucht einer Dampframme, Dies Thesenpapier war der Höhepunkt aller marxoid nur sagbaren Floskeln, die bislang zu Gehör kamen. Wo Autonomie, ihrer theoretischen Möglichkeit nach zumindest, fähig wäre, das Gesagte desweiteren auch zu erklären, da herrschte am 8, September die Philosophie des Terrors. Die Philosophie des Terrors zeichnet sich dadurch aus, nicht einmal mehr wissen zu vollen, daß sie überhaupt eine Philosophie darstellt. Die Philosophie des Terrors tritt auf als der Orgasmus idealistischer Dialektik: Diese war noch um Vermittlung bemüht, um die langsame Aufhebung des subjektiven Meinens ins objektive Wissen. Hegel gestand dem Individuum die Freiheit zu, seine Unterordnung unter den allgemeinen Zwang erst einzusehen und dann zu bejahen. Die Freunde des bewaffneten Kampfes haben Hegel überhegelt und bei diesem Salto mortale zwar das Leben gerettet, den Kopf aber verloren, Konsequent erscheint die Philosophie des Terrors als der wort- und antwortlose Befehl, den guten Willen gefälligst aufzubringen, ins Unsagbare sich einzufühlen und der Autorität bedingungslos sich anzuschmiegen. Wie sonst nur der deutschnationale Blick, durchschaut die Philosophie des Terrors das Gesagte aufs Gemeinte, das Wort auf sein Interesse, die ’legale‘ Haltung des Arguments, das Wahrheit zu bezwecken scheint, auf das illegale Streben nach Vorteil und Betrug als sein Wesen. “Vielfach wird auf der Erscheinungsebene gehandwerkelt, während das Wesen/die Struktur unberücksichtigt bleiben”, stellt das Thesenpapier fest – ein philosophisches Juwel allererster Güte; diesen Philosophen liegen “Schein” und “Wesen” locker in der Hand und da macht es nichts aus, wenn “Erscheinung” als materieller Gegenstand begriffen wird und “Wesen” als ein Aspekt und ein Gesichtspunkt unter anderen, den man “berücksichtigen” müsse. An dieser fulminanten Leistung gemessen, erweist sich Hegels Lebenswerk, der Nachweis, daß in der Erscheinung nichts anderes erscheint und auch nicht erscheinen kann als eben – das Wesen, als die bloße Stümperei.

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Der fraglose Erfolg, als erste den Nullpunkt des Denkens erreicht zu haben, garantiert den Freunden des bewaffneten Kampfes noch lange kein Monopol. Vielleicht löste gerade die Tatsache, daß es um Nichts geht, sogleich die allgemeine Konkurrenz aus. Immerhin ist der Nullpunkt auch ein Standpunkt – und darum geht es allererst. Allein das wie immer ungeschickte Hantieren mit philosophischen Begriffen, von denen außer ihren irgendwie aufregend klingenden bloßen Namen weiter nichts gewußt werden darf, brachte die Polit-Bohème schon auf die Palme. War die dargebotene Philosophie auch eine des Terrors, so war sie doch Philosophie und erhob, kraft ihres Namens, den Anspruch auf Wahrheit, Verbindlichkeit und Allgemeinheit. Daß die Philosophie durch die Schreckensfratze hindurchschien, daß der, wenn auch leere, Anspruch auf Allgemeinheit überhaupt nur erhoben wurde, daß die wie immer dahergestammelten “Inhalte” am Wunsch nach Vernunft noch gegen ihren erklärten Willen teilhaben – das brachte die Polit-Bohème in Rage. Ihr ist es schon zuwider, daß überhaupt irgendwer diesen Anspruch nur erhebt. Der Philosophie des Terrors wurde daher mit dem Terror gegen die Philosophie geantwortet. Das Papier trug den Titel “Und was machen sie mit dem Gral, wenn sie ihn gefunden haben?” Neben allerhand Kruditäten, etwa der Rede vom “Theoriedefizit”, die vorgibt, “Theorie” ließe sich wie Kraut und Rüben pfundweise einsacken, schwelgten die Autoren in der Sehnsucht nach dem “Gefühl der Stärke” von ‘80/81. Das Argument des philosophischen Terrors, es gelte ‘Inhalte‘ und ‚Strukturen‘ miteinander zu begatten, wurde entgegengehalten, ‘Inhalte‘ habe man zwar nicht, politische Identität als deren Unterpfand aber allemal und daher sei man auch im Besitz von ‚Strukturen‘, die es zu erhalten gelte, Und weiter: “(Es) stellt sich hier die Frage nach einer Verbesserung unserer Strukturen, die einen produktiven Austausch der Gruppen und Ansätze – und damit ein effektiveres gesellschaftliches Wirken ... mit unseren Inhalten erlauben.” Der Terror gegen die Philosophie setzt auf Kommunikation, darauf, miteinander im Gespräch zu bleiben. Der autoritäre Idealismus, der dem Wesen gleich an die Gurgel möchte, wird mit einem libertär sich gebenden Empirismus gekontert, der die notorische Hoffnung plakatiert, aus dem endlosen Gerede über nichts werde sich irgendwann irgendetwas ergeben. Der Umschlag des Nichts in Etwas, die plötzliche Übersetzung der Leere der “Struktur” in die Fülle des “Inhalts” soll im Mysterium der Kommunikation sich ereignen. Kommunikation – ein anderes Wort nur für Dabei-Sein um jeden Preis – steht vor jedem “Inhalt”, Sie stellt die (Platt-)Form, auf der, nehmen nur viele teil, etwas sich ereignet. Der “Inhalt” ist notwendig völlig unbestimmt, oder anders: die völlige Unbestimmtheit ist der einzige “Inhalt” der Kommunikation. Die Absicht, den “Austausch von Gruppen und Ansätzen”, die sich in der neueren Freiburger Bewegungsgeschichte noch nie mehr zu sagen hatten, als das, was sowieso alle wußten, zu organisieren, erhebt den diskreten Parlamentarismus der Scene zur Sozialutopie. Egal, was einer auch sagt – es kann sich nur um eine Meinung handeln. Alles, was gesagt wird, zur Meinung zu erklären und als bloße Meinung zu behandeln, d. h. links liegen zu lassen oder zum irgendwie wichtigen Ansatz, zur politischen Kultur gar zu relativieren; darin besteht der Terror gegen die Philosophie. Jedem “Inhalt” ist sie längst voraus, indem sie das Bestimmte zur Meinung, zum Funktionsteil einer “Vielfalt”, das sich nur nicht aufspielen soll, stempelt. Kritik findet nicht statt, würde sie doch auf Wahrheit zielen. An ihre Stelle tritt die bloße Ablehnung, die Verwerfung, deren Recht in der resoluten Feststellung besteht, man sei oder frau empfinde eben anders. “Scene” ist nur ein anderes Wort für die aufgespreizte Gleichgültigkeit und Apathie des Denkens; über Meinungen läßt sich ebensowenig streiten, wie über den Geschmack – wer es doch tut, der bestreitet den Konsens, die “Struktur”.

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Die Wissenschaft dieser Struktur ist der “Strukturalismus”: “Wer verlangt, daß unsere Wörter einen Sinn haben sollen, dem antworten wir, daß unser Mund schon immer ein Sinnesorgan war. Sprechen ist wie Fasten / Delirieren ist wie Beißen”   daß auch der libertär sich gebende Empirismus ohne weitere Begründung nicht haushalten kann, beweist ein Diskussionspapier, gezeichnet “Mick Jagger und der Rosarote Panther”. Der Terror gegen die Philosophie gründet sich in der Sozialphilosophie der Bohème, des wilden Denkens, einem wüsten Gulasch aus Nietzsche und modischem Schnickschnack, aus abgeklärter [ 30 ] Es genügt nicht, alles zur bloßen Meinung zu stempeln, wenn das freudlose Rasseln der Wunschetikettiermaschine das Amüsement um die Seelenruhe bringt. Die Apathie des Denkens verlangt nach Bewegung; die Gleichgültigkeit möchte sich als Originalität feiern und gefeiert sehen, Der gelangweilte Empirismus des Scenealltags findet sein sonntägliches Bewußtsein und der Scenespießer erklärt sich zum Nomaden, der allerdings nur dann weiterzieht, wird er polizeilich genötigt. “Sprechen kann man mit den Nomaden nicht. Unsere Sprache kennen sie nicht, haben kaum eine eigene. Untereinander verständigen sie sich ähnlich wie die Dohlen. (...) Sie haben uns in Nomaden verwandelt, wir werden uns als solche verhalten.” Die Sozialphilosophie der Bohème, der gelangweilte Blick des Flaneurs ins Schaufenster der Warenhäuser bringt die Scene auf ihren Begriff. Die Sceneasten sind die Nomaden in Speck der bürgerlichen Gesellschaft. Ihr Bewußtsein, nichts als glatte Oberfläche, belegt abermals, daß in der Erscheinung anderes als das Wesen nicht erscheinen kann, und zugleich, daß dies Wesen zum Unwesen geworden ist,

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Unsere kleine Stadt beweist, wie eng das Netzwerk aus stromlinienförmiger Modernität und heillosem Okkultismus gestrickt ist. Am Zustand der Opposition geht die Unauflösbarkeit dieser Verstrickung so recht erst auf. Keine Sumpfblüte des Denkens und Handelns, die in Freiburg nicht ihren natürlichen Nährboden gefunden hätte: grüne Rekordwahlergebnisse und sozialdemokratische Volksgemeinschaft, Tourismus und Terrorismus, Anthroposophie und Friedensbewegung, Ashram und AZ. Der Idiotismus des Bobbele wächst im genauen Verhältnis zu seiner Geschäftstüchtigkeit, so wie die prinzipielle Gleichgültigkeit der Scene ihrer zeitweiligen Hektik entspricht, Das Grundgesetz der Häuserkampfbewegung ist weiterhin und ungebrochen in Kraft. Darüber wandelt sich unsere kleine Stadt zum Zoo, zum Gegenstand nicht mehr der Kritik, sondern der Volkskunde. Der Rest ist reibungsloser Vollzug.

Flugblatt, 1986

Anmerkungen

[ 1 ] Ulrich Enderwitz, Die Republik frißt ihre Kinder. Hochschulreform und Studentenbewegung in der BRD, Berlin 1986

[ 2 ] Initiative Sozialistisches Forum, Diktatur der Freundlichkeit. Über Bhagwan, die kommende Psychokratie und Lieferanteneingänge zum alltäglichen Wahnsinn, Freiburg 21985

[ 3 ] Dokumentation zum Dreisameck, Juli 1980, S. 4

[ 4 ] Die Bewegung – Mythen und Legenden, in: Stadtzeitung Nr. 60/August 1981, S, 5

[ 5 ] Eisbrecher, Die Entfesselung des Begehrens. Bewegungsdiskussion in Babylon und anderswo, Zürich 1981

[ 6 ] Bewegung in Freiburg, Juni 1981

[ 7 ] Zunder. Zeitung aus dem Schwarzwaldhof, Nr. 1

[ 8 ] Frankfurter Rundschau vom 16. 4. 1981

[ 9 ] Frankfurter Rundschau vom 20. 2, 1981

[ 10 ] Karl Marx, Deutsche Ideologie, in: Marx-Engels-Werke Bd. 3, S. 70

[ 11 ] Merian Freiburg. S. 58

[ 12 ] Böhme, Erklärung vom 11. Juni 86

[ 13 ] K. D. Käser/ G. Moßmann, Presseerklärung vom 11. Juni

[ 14 ] Alle Nothelfer-Zitate aus seiner Erklärung vom 13. Juni und dem SWF-Interview vom 25. 6. in: Archiv für soziale Bewegungen in Baden, Dossier Chaotenkampagne

[ 15 ] W. F. Haug. Deutungskämpfe um Anti/Faschismus, in: Das Argument Heft 158 (Juli/August 1986).

[ 16 ] H. Lübbe, Endstation Terror. Rückblick auf lange Märsche, Stuttgart 1978, S. 18

[ 17 ] M. Friedman, Kapitalismus und Freiheit, Frankfurt/Berlin/Wien 1984, S. 38 u. 40

[ 18 ] Flugblatt “Erbse geräumt”

[ 19 ] Thomas Loch, Zwei Klassen in der Scene, in: Stadtzeitung, April 86

[ 20 ] Gracchus Babeuf, Manifest der Plebejer, in: J. Höppner, Von Babeuf bis Blanqui, Bd. ,2, Leipzig 1975, S. 75

[ 21 ] Radikal Nr. 97 (Heft 8/81), auch in stadtzeitung Nr. 61/November 1981

[ 22 ] Stadtzeitung Nr. 62

[ 23 ] Zum Begriff der Kritik siehe: ISF; Die Kritik zur Krise radikalisieren, in: ISF (Hg); 30. Januar. Materialistisches Gedenken des 30. Jahrestages der Machtergreifung, Freiburg 1983

[ 24 ] ISF, Diktatur der Freundlichkeit

[ 25 ] Radikal Nr. 104/Mai 1982, S. 11

[ 26 ] Detlef Hartmann; Die Aktualität der sozialen Revolution, in ; ISF (Hg.), Aktualität des Kommunismus, Dezember 1985

[ 27 ] Vgl. Bodo Schulze, Die Ohnmacht des revolutionären Willens, in: Stadtzeitung, Juni 86; Heiner Minssen/Werner Sauerborn, Der Massenarbeiter und das Kapital, in: Gesellschaft, Beiträge zur Marxschen Theorie Bd. 10, Frankfurt 1977, S. 141 ff.; W. Braunschädel /A. Brandenburg, Auferstehung alter Mythen in neuem Gewand, in: Bochumer Archiv für die Geschichte der Arbeit und des Widerstands Nr. 7/1985, S. S. 155 ff.

[ 28 ] G. Konrad/I. Szelenyi; Die Intelligenz auf dem Wege zur Klassenmacht, Frankfurt 1978, S, 207 ff.

[ 29 ] Wildcat/Karlsruher Stadtzeitung Nr. 39, S. 37 ff.

[ 30 ] Zur Kritik an Foucault und Baudrillard vgl. Stefan Breuer, Aspekte totaler Vergesellschaftung, Freiburg 1985, S. 300 f. und S. 308 f.

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