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Metaphysik der Klasse

Soll es wirklich so gewesen sein, daß der Nazifaschismus weder den Begriff noch die Realität des Proletariats berührt hat?

Joachim Bruhn

Einige Einwände gegen Felix Baums Artikel "Unkritische Theorie. Zur falschen Überwindung des 'traditionellen Marxismus'" in Phase 2.11 (März 2004)

Von Eduard Bernstein über Jürgen Habermas bis hin zu André Gorz ist das Proletariat schon so oft verabschiedet worden, daß es jetzt radikal chic scheint, dem Klassenkampf anzuhängen. Gegen das soziologische Ausradieren der Ausbeutung wie gegen das politologische Ungeschehenmachen der Herrschaft zu polemisieren und daher gegen das, wie Felix Baum das nennt, „Verschwindenlassen der Klassenverhältnisse“ anzugehen, dagegen also, daß „das Klassenverhältnis zur Randnotiz wird“, gilt als subversiv. Die Frage ist aber, ob die kritische Theorie – in diesem Fall die der ISF – in apologetischer Absicht etwas zum Verschwinden bringt, oder ob dies eine originäre Leistung der gesellschaftlichen Wirklichkeit selbst ist, ob die „Krise der Revolutionstheorie“ etwas in der Sache liegendes reflektiert oder nur eine willkürliche Eingebung spätbürgerlicher Intellektualität darstellt. Klar ist, daß in der Geschichte der Theorie das „Adieu au Prolétariat“ stets von eher traditionell gestimmten Marxisten erteilt wurde, die der Philosophie der Arbeit anhingen und sodann an den Arbeitern in all ihrer Tristesse und Empirie verzweifelten. Diese Theoretiker waren durch die Bank so entschiedene Anti-Hegelianer wie der von Felix Baum heranzitierte Raniero Panzieri und die Operaisten, wovon noch die letzte Endmoräne dieser Strömung, Antonio Negri, zeugt, aber auch die Zeitschrift „Wildcat“. Und kein einziger dieser Theoretiker, weder Bernstein noch Tronti – wobei der Ausdruck „Theoretiker“ durchaus pejorativ gemeint ist [1] –, hat die ersten einhundert Seiten des Marxschen „Kapital“, die Analyse der Formen, die der Wert anzunehmen gezwungen ist, in ihrer revolutionstheoretischen Bedeutung aufgefaßt. Das macht: Sie haben Marx nicht als den Kritiker der politischen Ökonomie verstanden, sondern als Soziologen der Klassenverhältnisse.

Es gibt m.E. zwei Möglichkeiten, jenseits der üblichen Unterstellungen über das Problem der Klasse zu diskutieren – erstens, indem man den Begriff der Klasse bei Marx selbst untersucht, zweitens, indem man die schon im „Kapital“ reflektierte negative Perspektive eines sich zu seinem eigenen Begriff historisch entfaltenden und gesellschaftlich durchsetzenden Kapitals auf die Darstellung der durch den Nazifaschismus geschaffenen Volksgemeinschaft bezieht und auf das darin implizierte Schicksal der Klasse.

Worum es im ersten Punkt geht, wird an der Argumentation von Felix Baum dann durchsichtig, wenn von Arbeit die Rede ist: „Wo sind die Träger der Arbeitskraft geblieben?“, fragt er, und spricht schon so von „Trägern“ wie die dogmatische Tradition im Stile Karl Kautskys von den Kulis des Klassenbewußtseins, den Arbeitskraftdarstellern der Intellektuellen. Es komme bei Marx, heißt es dann, „der Ware Arbeitskraft“ auch deshalb „zentrale Bedeutung“ zu, „weil sie eben kein Ding ist, sondern in Gestalt der Arbeiter/innen mit ihrer ganzen Subjektivität vorliegt. Was die Proletarier/innen als Ware verkaufen, ist nichts weniger als ein Teil ihrer Lebenszeit.“ Die Ware liegt in „ihrer“ eigenen Subjektivität vor – nichts anderes hat die ISF dargelegt, nur eben kritisch. Und daß das so ist, liegt daran, daß die „Träger/innen“ keineswegs oder gar konkret „ihre Lebenszeit“ verkaufen, sondern durchschnittlich notwendige gesellschaftliche Arbeitszeit, die nicht die empirischen Individuen durch ihr Leben konstituieren, sondern die Kapitale in ihrer Konkurrenz ex post der Produktion. Die Subjektivität der Arbeiter – man höre von ferne das Grollen der Autonomie und ihrer Phrase der „Autovalorizzazione“ –, verhält sich so zum Kapital wie der Tauschwert zum Gebrauchswert, d.h. als bloße Natur. Das ist der Grund, warum Marx eingangs des „Kapital“ vom Gebrauchswert als dem „stofflichen Träger des Tauschwerts“ spricht.[2] Ich verstehe das so, daß Felix Baum sich damit selbst ausgehebelt hat: Er wollte kritisieren, hat aber nur recht positivistisch das gesagt, was ist, und seinen tristen Befund dann moralisch überhöht. Das muß auch so sein, denn es ist nicht die Arbeitskraft, die das Kapital konstituiert, sondern es ist das Kapital, das an den empirischen Individuen jene Realabstraktion vornimmt, die sie als juristische Subjekte, als vertragsfähige Personen und Privateigentümer ihrer Arbeitskraft gesellschaftspraktisch setzt, d.h. als Form der Verausgabung gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit.[3] Anders gesagt: daß es lebendige Individuen gibt, ist, wie beim Gebrauchswert als der gesellschaftlichen Erscheinungsform von Natur, eine zwar unbedingt notwendige, aber keineswegs hinreichende oder gar auch nur konstituierende Bedingung des Kapitals. Eben darin liegt auch der Skandal, den Marx auf eine Art und Weise „erklären“ will, daß die Unwahrheit dieses Verhältnisses in der Form von Kritik und Krise gesellschaftlich, d.h. revolutionär erkannt wird im Akt seiner Abschaffung.

Darum beginnt „Das Kapital“ nicht mit der Arbeitskraft, kann es auch nicht. Denn Marx ist kein linksradikaler Ricardianer. Und wenn nun die Marx-Lektüre der ’68er-Bewegung eines ergeben hat, dann ist es, wie sogar der Anti-Philosoph Wolfgang F. Haug anerkennt, „die Bedeutung des Anfangs für die Kritik der politischen Ökonomie“.[4] Derart muß der Anfang einer sozialphilosophischen Argumentation beschaffen sein, daß er, wie in der Hegelschen „Logik“, durch das Werk hindurch als der notwendige Anfang so bewiesen wie zugleich reproduziert wird, daß am Ende nicht: eine Theorie der Ware steht, sondern deren Kritik als Antizipation eben der Krise, in die sie sich selbst verstrickt. Die Arbeitskraft ist nicht dieser Anfang, die Klasse erst recht nicht. Und schon, einmal nur formal argumentiert, erweist sich Baums Argument als erschlichen: Weiß doch jeder, wenn er auch sonst nichts weiß, daß es Marx nicht gelang, seinen Anfang zu reproduzieren, daß „Das Kapital“ ausgerechnet im 3. Band im Kapitel „Die Klassen“ abbricht, daß also von einer Marxschen Klassentheorie auf dem Niveau des „Kapital“ gar nicht die Rede sein kann, zumindest nicht revolutionstheoretisch. Behandelt doch Marx die Klassen hier – siehe nur die „trinitarische Formel“ – als aggregierte Revenuequellenbesitzer und die Klasse der Arbeiter als „Eigentümer von bloßer Arbeitskraft“[5], , wobei der Akzent allerdings nicht auf der „Kraft“ liegt (wie es Negri und den autonomen Vitalisten gefiele), sondern auf der Blöße sowie auf dem Privateigentum, d.h. dem Selbstverhältnis des juristischen Subjekts.

Die Linke hat an den Klassenbegriff um so weniger philosophische Ansprüche gestellt, als er ihr vielmehr eine Herzensangelegenheit war: eben der gute Grund, auf dem theoretischen Niveau des frühen oder auch „wahren“ Sozialismus zu verbleiben, ein Vorwand, das gesammelte „Elend dieser Welt“ (Bourdieu) im Namen der Gerechtigkeit zu verklagen. Wenn von „Klassen“ die Rede ist, dann redet jeder Linke so, als könnte er die Marxschen Frühschriften auswendig und Engels’ „Lage der arbeitenden Klassen in England“ dazu. Baums Apologie der „ganzen Subjektivität“, die „in Gestalt der Arbeiter/innen vorliegt“ (sic: vorliegt!), ist viel zu bürokratisch und daher viel zu poetisch, als daß man damit eine Mini-Jobberin bei Bolle agitieren könnte: Die würde es sich verbitten, dem Theoretiker Baum eine „Gestalt“ zu sein, in der etwas anderes als sie selbst „vorliegt“. Verhüllt ist darin das von Baum links liegengelassene Problem der gesellschaftlichen Synthesis, eben die Frage der kritischen Theorie, insbesondere Alfred Sohn-Rethels, nach dem Verhältnis von Allgemeinen und Besonderen. Wie die Marxsche Wertformanalyse das Problem löst, indem sie zeigt, warum das als negativ bestimmte Allgemeine – d.h. der Wert als das „logische Wort“ (Marx) der Vermittlung des Nichtvermittelbar-Antagonistischen, und d.h. die gesellschaftliche, durch Ausbeutung und Herrschaft gesetzte negative Totalität – nur sein kann, indem es sich in sich selbst verdinglicht als ein Besonderes – Geld – darstellt und repräsentiert und sich im Selbstbezug als das „automatische Subjekt“ Kapital reproduziert und akkumuliert, kann hier nicht dargelegt werden.

Auf den Begriff der Klasse allerdings bezogen, bedeutet diese Analyse der erst dinglichen, dann prozessierenden Identität von Allgemeinem und Besonderem, d.h. die Existenz „allgemeiner unmittelbarer Austauschbarkeit“[6], , jedenfalls, daß die Klasse weder – in der antikritischen Manier von Georg Lukŕcs und Felix Baum – als Deduktionsverhältnis gefaßt werden kann, das vom Allgemeinen der Arbeitskraft auf proletarische Individuum folgert, noch – nach Art etwa des Rätekommunisten Karl Korsch – als Induktionsverhältnis, das von der Lage des Individuums nach oben aufs Klassenbewußtsein schließt. Marx, der in den Frühschriften ŕ la Lukŕcs argumentiert – „Es handelt sich nicht darum, was dieser oder jener einzelne Proletarier sich vorstellt. Es handelt sich darum, was das Proletariat geschichtlich zu tun gezwungen sein wird“ –, überwindet in der Wertformanalyse des „Kapital“ genau diesen Gegensatz von Ontologie vs. Nominalismus, indem er sie als eben jene „Antinomie“ und falsche Alternative darstellt, in der das Kapital die Menschen zwingt, es zu denken, d.h. eine „Denkform“ zu applizieren, die Fleisch ist vom Fleische. Es ist dann die Erfahrung des Nazifaschismus, durch die Kritische Theorie diese Wahrheit sich anzueignen gezwungen wird. [7] Der Nazifaschismus läßt den Begriff und die Wirklichkeit der Klasse nicht unberührt, und der ominöse „Grundwiderspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital“ ist kein außer der Geschichte hockender Gott. Denn wenn es stimmt, daß das Kapital ein sich historisch wie logisch zu seinem Begriff entfaltendes Gesellschaftsverhältnis darstellt, wenn es ferner stimmt, daß diese Entfaltung nicht i.S. einer Evolution, sondern vermittelt über Krise und Zusammenbruch verläuft, wenn es schließlich stimmt, daß der politische Souverän diesem Totalbankrott, wie er 1929 in Deutschland eintrat, als praktizierender und bewaffneter Gesamtlordsiegelbewahrer der Akkumulation zu wehren sucht – dann läßt der darin gesetzte Umschlag des „gleichen Rechts“ ins „Unrecht durch die Gleichen“ (von dem die „Dialektik der Aufklärung“ spricht) die Klasse der Arbeiter um so weniger unberührt, als ihr Privateigentum an sich selbst, an der Arbeitskraft, unter den strategischen Vorbehalt ihres antisemitischen Engagements wie ihres Aktivismus als Bestandteil des volksgemeinschaftlichen Mordkollektivs gestellt wird. Hier kehrt die Rechtsform ihre wahre Bedeutung heraus; und hier zeigt sich auch, daß die Form, in der das proletarische Interesse gesellschaftsgültig verfaßt ist, den etwaigen Inhalt dominiert. Adornos „Reflexionen zur Klassentheorie“ von 1942 bedenken eben diesen Zustand der „negativen Aufhebung der Klassengesellschaft“.[8] Hierin emanzipiert sich die Klasse im Staat vom Kampf. Und das proletarische Interesse, das Subsistenz wie Existenz des Köpers, der die Arbeitskraft behaust, im politischen Souverän garantiert sieht, macht sich leidenschaftlich (nicht etwa im Zuge von Manipulation) ans Vernichtungswerk. Nach der Wannsee-Konferenz ist jede Rede vom Klassenkampf nur Beschönigung und Verdrängung der Geschichte.

Bleibt Felix Baums Darlegung des Begriffs der reellen Subsumtion, die ich für linke Soziologie halte (aber, böse gesagt, jeder Autonome ist nur ein Soziologe auf der Lauer). Denn wenn der Begriff der Abstraktion bei Marx nicht im Sinne der rein nominalen Bildung von Allgemeinheiten (Birnen, Äpfel, Obst), sondern im Sinne von Realabstraktion (Birnen, Äpfel, Geld) gefaßt wird, dann ist die Subsumtion nichts anderes als der historische Prozeß, indem sich das Kapital auch gesellschaftspraktisch nach seiner logischen Bestimmung setzt. Baums vitalistisches Geraune von der „Gestalt der Arbeiter/innen“, in der die Ware Arbeitskraft „in ihrer ganzen Subjektivität vorliegt“, gibt das katholische Geklingel zur Darstellung wirklicher Menschen als das bedeutungslose Nichts bloßer Natur (was Giorgio Agamben weiß). Man muß schon ein Theoretiker oder ein Geschichtsphilosoph sein, um die Feinde der historischen Bewegung der Abstraktion, an deren Ende das empirische Individuum nurmehr als so phänomenale wie ephemere „Erscheinungsform des Genus Mensch“[9], als Arbeitskraft und juristisches Subjekt, d.h. nackt und bloß dasteht, des, wie Baum es tut, „Kulturpessimismus“ oder „romantischen Antikapitalismus“ zu bezichtigen. Der Erfinder der Autonomie, Raniero Panzieri, der dagegen als Kronzeuge aufgeboten wird, hat mit gutem Grund alle Bestimmungen der Marxschen Analyse der Fabrik und der Maschinerie, in denen vom Arbeiter als dem „lebendigen Anhängsel“ die Rede ist, die ein „toter Mechanismus ... einverleibt“[10] nur metaphorisch oder sozialhistorisch, nie jedoch sozialphilosophisch verhandelt. Aber das ist nur folgerichtig: die „autonomia operaia“ entstand aus dem linken Flügel der (italienischen) Sozialdemokratie, und am Ende, der Attac!-Auftragsdenker Negri zeigt es, kehrt sie dahin zurück. Wer sich für Frühsozialismus interessiert, sollte lieber Wilhelm Weitling, Bakunin oder Auguste Blanqui lesen als www. scarlettL.com.

Die „ganze Subjektivität“ ist der Zustand des Menschen, der außer seiner Natur, d.h. seinem Körper und seinem Hunger, nichts mehr hat: Fleisch, „stofflicher Träger“. Das meint die Marxsche Rede von der zur „zweiten Natur“ gewordenen Gesellschaft: zwar abgeleitet, aber bösartiger darum als die Pest. Was das für den Begriff des Nazifaschismus bedeutet, kann ich hier nicht entfalten.[11] Baum lacht darüber, daß die ISF bzw. ich die Möglichkeit der Revolution „überhaupt nicht mehr angeben“ könne – ich dagegen empfinde die Frage danach als zynisch und als – ja: warum eigentlich nicht – regelrecht reaktionär: Denn wenn es in der Geschichte des Kapitals jemals ein Kairos der Revolution gegeben hat, dann war es genau der Tag der Wannsee-Konferenz.

Die Revolution aber blieb aus. Und die deutschen Arbeiter wissen bis auf den heutigen Tag ganz genau, warum sie ausblieb. Denn es war nichts mit der Klasse gewesen, von der der Marx der „Deutschen Ideologie“ noch schreiben konnte, sie verkörpere als besondere Klasse das allgemeine Elend der Menschheit und die „Protestation“ dagegen zugleich, die Synthese von subjektiver und objektiver Vernunft, von Leiden und Leidenschaft. Sondern die Arbeit machte Einheitsfront mit Deutschland. Wenn die Revolution jetzt noch stattfinden würde, wäre das zwar äußerst begrüßenswert und auch sehr vernünftig, aber nur, wenn auch: immerhin, nachgetragene Rache. Die kommende Revolution kann keine mehr der Arbeiterklasse sein, keine des proletarischen Interesses. Baums Rede vom „Klassenantagonismus“ und vom „Proletariat als Kraft der Negation“ ist ein Hirngespinst, mehr noch: Westentaschenmetaphysik für akademische Genießer. Die Revolution hat den Moment ihrer intensivsten historischen Notwendigkeit verpaßt. Die Vitalisten und die militanten Nitzscheaner der Arbeiterautonomie haben dazu, d.h. zum Begriff der einzig begreifenswerten Sache, noch weniger als gar nichts beizutragen. Für die Trontis, Negris und Panzieris, die zum Nazifaschismus nie einen einzigen vernünftigen Satz gesagt haben, ist die Shoah nur Bagatelle.

Aber die Geschichte, so heißt es in Kreuzberg im Freundeskreis des letzten linken Studenten, hat schon aus Prinzip eine Geschichte von Klassenkämpfen zu sein.[12]

Aus: Phase 2 # 12 (Juni 2004)

[1] Initiative Sozialistisches Forum, Der Theoretiker ist der Wert. Eine ideologiekritische Skizze der Wert- und Krisentheorie der Krisis-Gruppe, Freiburg: ça ira 2000. Vgl. auch: Das Konzept Materialismus. Thesen der ISF (Freiburg 2002),in: www. isf-freiburg.org.

[2] Karl Marx, Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie, Bd. 1, Berlin: Dietz-Verlag 1973 (MEW 23), S. 50.

[3] Ein Irrtum der linken Klassenkampfsoziologie besteht mit trister Regelmäßigkeit darin, die Kategorie des Interesses blank zu nehmen und nicht auf ihre gesellschaftliche Form, die eben die des juristischen Subjekts ist, zu achten. In der Form des Subjekts sind die Klassen schon ausgelöscht, und folglich ist der Klassenkampf, der in ihr stattfindet, nur Kampf gegen Diskriminierung und Unterprivilegierung. Vgl. dazu Eugen Paschukanis, Allgemeine Rechtslehre und Marxismus, Freiburg 2003.

[4] Vgl. Gerhard Stapelfeldt, Das Problem des Anfangs in der Kritik der politischen Ökonomie, Frankfurt/New York: Campus 1979.

[5] Karl Marx, Das Kapital, Bd. 3 (MEW 25), S. 892.

[6] Marx, Kapital 1, S. 82.

[7] Vgl. Joachim Bruhn, Adorno: Die Konstellation des Materialismus, in: Risse. Analyse und Subversion, Sommer 2003, sowie Ders., Avantgarde und Ideologie. Nachbemerkung zum Rätekommunismus, in: Willy Huhn, Der Etatismus der Sozialdemokratie. Zur Vorgeschichte des Nazifaschismus, Freiburg 2003, S. 197 ff; beides in: www. isf-freiburg.org.

[8] Theodor W. Adorno, Reflexionen zur Klassentheorie, in: Ders., Soziologische Schriften 1, Frankfurt 1972, S. 373-391. Vgl. auch Ulrich Enderwitz, Antisemitismus und Volksstaat. Zur Pathologie kapitalistischer Krisenbewältigung, Freiburg 21998, sowie Initiative Sozialistisches Forum, Flugschriften. Gegen Deutschland und andere Scheußlichkeiten, Freiburg 2001, S. 7 ff.

[9] Marx, Kapital 1, S. 67.

[10] Ebd., S. 445.

[11] Ich verweise nur auf Gerhard Scheit, Die Meister der Krise. über den Zusammenhang von Vernichtung und Volkswohlstand, Freiburg 2001, sowie auf meinen Aufsatz Unmensch und Übermensch in: Joachim Bruhn, Was deutsch ist. Zur kritischen Theorie der Nation, Freiburg 1994, S. 77 ff.

[12] Vgl. Jörg Sundermeier, Der letzte linke Student, Aschaffenburg 2004.

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